Freitag, 27. April 2007

Tennant Creek

Tennant Creek!
Am 26. April rollen wir in Tennant Creek ein. Ja, wir haben laenger gebraucht als erwartet, das ist tatsaechlich so. Es gibt einen einfachen Grund dafuer: GEGENWIND! Tja, leider ist uns der Wind nicht gnaedig - respektive er macht uns das Leben nicht gerade einfach. Seit wir Alice Springs verlassen haben, blaest uns absolut regelmaessig ein zum Teil starker Wind von Norden oder Nordosten entgegen - eigentlich immer mehr oder weniger genau aus der Richtung, in die wir gerade "rollen". Aber nun der Reihe nach...
Wohl erholt und bester Dinge verlassen wir fruehmorgens am 21. April Alice Springs Richtung Norden. Den ersten Tag haben wir 140km zu strampeln, was eigentlich recht ordentlich geht - trotz bereits ordentlichem Wind. Das Roadhouse stellt sich als prima heraus, wurde doch vor kurzer Zeit alles prima renoviert und superschoen gepflegt. Generell stellen wir fest, dass sich die Besitzer der Roadhouses ihre kleinen Paradiese sehr schoen zurechtmachen. Gegenueber der Reise vor sechs Jahren ein enormer Unterschied. Sogar hat es bei den meisten RH's einen Pool, sodass wir uns jeweils am Nachmittag richtig schoen abkuehlen koennen.
Der nachste Fahrtag gestalten wir absichtlich relativ kurz, um uns noch etwas vom Vortag zu erholen. Der Wind frischt auf, sodass uns der kurze Tag auch schon ziemlich in die Waden geht. Am Nachmittag machen wir auf "faul" und treffen Tony und Carol, ein weiteres reisendes Australisches Ehepaar (er 70, sie ca. 60), welche uns auch gleich zu sich in ihren 80000 Dollar Wohnwagen zum Z'Nacht einladen. Wir nehmen dankend an. Carol kocht einen vorzueglichen Gemuese Gratin. Zum Trinken wird folgendes angeboten: Scotch mit Cola, Bourbon mit Cola, Gin und und und (alle Schnaepse dieser Welt) aber kein Wasser. Wir dachten zuerst, dies sei ein Scherz, merkten dann aber, dass dies ernst gemeint war. So entschieden wir uns fuer Scotch on coke und Weisswein... Wir lernten ausserdem den Hund Lucy kennen, welcher am liebsten Scotch on coke mag - das ist kein Witz - ein alkoholabhaengiger Hund, der sogar noch mit einem speziellen Bell-Laut klar macht, wann die naechste Dosis faellig ist! Wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend mit den beiden, die uns wohl am liebsten adoptiert haetten. Herzlichst! Solche Erlebnisse kann man wahrscheinlich nur mit dem Velo reisend erleben.
Der naechste Tag ging wie ueblich frueh los. Leider hatten wir an diesem Tag echtes Windpech. Eigentlich wollten wir aufgrund des Winds nach 90km beim naechsten RH abbrechen. Jedoch war dieses RH in einem wirklich erbaermlichen Zustand. Wir wollten die Nacht nicht dort verbringen und kauften alle Vorraete (Wasser, Brot etc.) ein, um ein Wildcamp zu machen. Wir fuehren weitere gute zwei Stunden bis auf eine Restarea mit Wassertank. Dort verbrachten wir die Nacht, mit wiederum zwei Aussie-Rentner Paaren.
Den Rest teilten wir also in moeglichst kurze Teilstuecke inkl. Pausen-Halbtage mit Pool etc. Es folgte der Besuch und die Uebernachtung bei den atemberaubenden Devils Marbles. Wir genossen den Sonnenuntergang und natuerlich auch den Sonnenaufgang an diesem wundervollen, heiligen Ort.
Der lezte Fahrtag nach Tennant Creek hatte es nochmals ziemlich in sich, sodass wir uns ueber die Ankunft sehr gefreut haben. Am Abend haben wir Willy Hooker, den Old Bush Tucker Man kennengelernt, welcher uns ueber Bush Tee und Damper etc. Auskunft gegeben hat. Auch hat er ein Mittel (trockene Blueten) hervorgezaubert, welches mit Wasser in den Haenden zerrieben einen Schaum entwickelt, welcher die Sonnenalergie an Karins Oberschenkeln unglaublich schnell praktisch verschwinden liess. Es war hoechst amuesant, diesen lustigen Kauz, der weder lesen noch schreiben kann, trotzdem einen Preis fuer seine Gedichte erhalten hat, kennen zu lernen. Ausserdem lernten wir vor dem Supermarkt einen aelteren Mininarbeiter kennen (mining ist hier die Hauptbeschaeftigung der harten Kerle), welcher uns die erloesenden "Saetze" lieferte: "Dieses Wetter ist absolut unueblich... Der verdammte Wind von Norden bringt und die ganze Feuchtigkeit, die wir hier nicht wollen. Normalerweise ist es fast 10 Grad kuehler und es weht ein starker und kuehler Wind aus Sueden..." Ein aelterer Aboriginal meinte dann noch: "Der Wind wird drehen, ihr werdet ok sein...". Also lassen wir uns einfach etwas Zeit und sehen was geschieht.
Ok, das war's fuer den Moment. Fruehestens in Kathrine werden wir wieder schreiben koennen. Ach ja, fuer alle, die jetzt denken, wieso tun die sich das an... Schaut die neuen Bilder an... Und, ein kaltes Bier, ein kuehler Pool oder ein feines Essen ist nirgends besser als nach einem dieser Tage. Es ist pures Leben - evtl. etwas schwierig zu verstehen, aber war. Bis bald!
Yours, Karin und Tom

Alice Springs - Tennant Creek

Devils Marbles

Donnerstag, 19. April 2007

Endlich - die ersten paar Bilder fuer euch

Liebe Freunde

Endlich haben wir es geschafft, irgendwo einen Platz zu finden, an dem man Bilder hochladen kann (darf). Das war gar nicht so einfach.

Hier nun also die ersten paar Eindruecke. Viel Spass!

Weg zum Uluru
Olgas - Kings Canyon


Bildgalerien...

Uebermorgen fahren wir wieder los Richtung Norden. Wir werden uns laenger nicht mehr melden koennen.

Bis dann
T&K

Dienstag, 17. April 2007

back in "the Alice" - mit einem defekten Velo...

Mit unserem KIA Buessli sind wir also von Yulara (Ayers Rock Resort) via Kings Canyon zurueck nach Alice Springs gefahren. Unterwegs beim Kings Canyon (welcher einen Topresort zu bieten hat), machten wir eine Pause um den atemberaubenden Rim-walk rund um den Kings Canyon zu machen. Fuer uns beide war der Kings Canyon ein absolutes Erlebnis - die Wanderung ist wunderschoen!

Nun, gestern Abend, beim Ausladen unseres Materials hat sich ein Raetsel geloest, welches wir waehrend den letzten Kilometern auf dem Bike nach Yulara vergeblich zu loesen versuchten: Ein seltsam schlingerndes Fahrgefuehl stellte sich ein. Wir gingen eigentlich davon aus, dass dies mit unserem relativ mueden Gesamtzustand zusammenhing. Leider war dem nicht so. Beim einklinken des Bob Yak Anhaengers, stellten wir fest, dass der ganze Hinterbau unseres Bikes seitwaerts beweglich ist! Dies ist natuerlich alles andere als gut. Genauere Untersuchung ergab, dass (Achtung, es wird technisch...) das Hauptlager der Hinterradschwinge ueber ein beachtliches Spiel "verfuegte". Wir versuchten das Lager noch auf dem Campingplatz einzustellen - und wie in Australien ueblich - wollten alle Nachbarn mithelfen. Gemeinsam versuchten wir den benoetigten, megagrossen, 10mm Inbuss-Schluessel aufzutreiben. Leider hatte niemand so ein Teil mit dabei. So hiess es fuer uns erstmal warten, Grill-food kaufen und etwas feines "braeteln".

Heute Morgen machten wir uns die vielen Tips zu Nutze und fuhren mit unserem Buessli (zum Glueck hatten wir dieses noch) in eines der zahlreichen und absolut unglaublichen Auto-Bastel-Shops, um das benoetigte Werkzeug zu erstehen. Es koennte ja sein, dass wir dieses Schwingenlager unterwegs wiedermal einstellen muessen. Ausserdem haben wir beim Hersteller des Rahmens den genauen Typ der Industrielager angefragt, damit wir diese im Notfall hier in Alice Springs kaufen (oder suchen) koennen.
Jedenfalls liess sich das Lager, zu unserem grossen Glueck, recht einfach und vorallem absolut fix wieder festdrehen. Auf schweizerdeutsch sagt man wohl "Schwein gehabt". Noch mehr Schwein haben wir wohl gehabt, dass wir uns den eigentlich geplanten Mereenie Loop (ca. 300km Wellbrettpiste) erspart haben. Das haette naemlich das lose Lager nicht ueberstanden. So oder so - es ist alles wieder in Ordnung.

Uebrigens: Falls ihr mal mit dem Velo durchs Outback fahren solltet, in Alice Springs gibt es einen absoluten Top-Bikeshop! Die Leute dort (uebrigens ein Specialized Shop) machen einen sehr guten Job. Einfach dem Stuart Hwy Richtung Norden folgen - dort ist der AVANTI Bikeshop. Aber wer faehrt schon mit dem Velo durch's Outback :o)??

Ok. Nun werden wir noch ca. drei Tage hier verbringen - ein paar wunderschoene Schluchten warten noch darauf, von uns entdeckt zu werden - bevor wir wieder in die Wueste aufbrechen und den Weg Richtung Darwin unter die Reifen nehmen.
Evtl. schaffen wir es noch, von hier aus ein paar Bilder zu posten. Mal sehen.
Alles liebe, Karin und Tom

Freitag, 13. April 2007

ULURU - Ayers Rock

Liebe Freunde

Unser Tandem ist (so wie wir) wohlerhalten in Adelaide angekommen. Bei unseren Freunden Tony und Margreth konnten wir wiederum einen superangenehmen Aufenthalt verbringen, mit dem ersten "Aussie BBQ", Bier und einer guten Kappe Schlaf. Unser Gefaehrt liess sich im Schatten des Gartens (mit Pool) prima zusammensetzen. Natuerlich kamen auch die Nachbarn und Kinder und Grosskinder, um das swiss couple zu sehen.
Tony geleitete uns am naechsten Tag mit seinem Rennrad zur "The Ghan" Station. Die naechsten 26 Stunden zuckelten wir denn mit diesem legendaeren Zug mitten durchs Australische Niemandsland - direkt nach Alice Springs. Dort genossen wir die ersten paar Tage auf unserem Campground und erholten uns etwas von der doch langen Anreise.

Am 3. Tag in Alice legten wir los. Der erste Tag war mit 90 km angenehm kurz - allerdings machte uns das Gewicht am "Haenger" anfaenglich ein wenig zu schaffen. Trotzdem waren diese Kilometer ein idealer Einstieg um uns wieder an die australischen Verhaeltnisse heranzutasten. Der zweite Tag verlief sehr aehnlich einfach etwas laenger. Am dritten Tag lag dann eine lange Etappe vor uns. Wir stellten den Wecker sehr frueh und packten alles zusammen. Das Muesli durfte natuerlich nicht fehlen und dann gings los. Leider nicht weit - eigentlich nur gerade 10 Meter - dann verabschiedete sich die Synchronkette (die Kette zwischen Karin und Tom) vom Kettenblatt und verklemmte sich. Also - abladen und Kette wieder einbauen. Unser gut ueberlegter Werkzeugsatz hat sich bewaehrt, sodass wir kurze Zeit spaeter losfahren konnten. An diesem langen Tag hat uns das Outback etwas die Zaehne gezeigt. Da der Wind von der Wueste her wehte (mehr oder weniger direkt in unsere Gesichter), stieg auch die Temparatur deutlich an. Wir mussten an diesem Tag "hart arbeiten", haben dann aber die fast 170 km doch geschafft und unsere Nacht im Roadhouse (inklusive serviertem Dinner) sehr genossen. Etwas verschlafen und mit ein wenig ramponierten Hinterteilen sind wir am naechsten Tag die letzten 85km zum Ayers Rock Resort gefahren. Das Gefuehl beim "Einfahren" war ueberwaeltigend!
Nun geniessen wir hier die Zeit und erholen uns vom ersten Teil. Da unser geplanter Track momentan fuer uns nicht ratsam ist (Regen der letzten Wochen!) und wir keine Lust haben, denselben Weg nach Alice Springs zurueckzufahren, werden wir uns nun einen Bus mieten um damit die Gegend etwas unsicher zu machen ;o)
Wir melden uns wieder, wenn wir irgendwo einen Internetzugang finden (und Zeit und Lust zum Schreiben haben).

Fotos konnten wir bis jetzt leider nirgends hochladen - vielleicht klappts spaeter noch.

Montag, 2. April 2007

Singapore

Der suessliche Duft und die hohe Feuchtigkeit in der Luft, weckt in uns Erinnerungen an unsere Asien-Erlebnisse. Und, da wir uns die Sonderzeichen und Umlaute nicht mehr so einfach auf der Tastatur "abholen" koennen, zeigt uns auf - wir sind weit weg von zu Hause - naemlich bereits ueber 11000 km (Luftlinie).

Das CheckIn mit unserer 206x90x24cm grossen Box und allen Radtaschen verlief in Zuerich reibungslos - schon fast "zu einfach". Da wir sehr frueh am Flughafen waren, wurden wir vom FirstClass Schalter bedient. Innert kuerzester Zeit war all unser Gepaeck aufgegeben und auch die Gewichtslimite war noch nicht erreicht. Uebrigens konnten wir bei Singapore Airlines bereits im Vorfeld unser Tandem anmelden und dies wurde auch bestaetigt.

Nun sind wir bereits seit vielen Stunden in Singapur. Wir haben uns innerhalb der Transferzone ein Hotel gegoennt (Stundenhotel ;o) und uns so praechtig erholen koennen. Nun geniessen wir noch ein wenig die Zeit bis es in 3 Stunden weiter geht - nach Adelaide.

Alles ist bis jetzt prima! Bis bald.
Karin & Tom

Sonntag, 1. April 2007

Gepackt !!

Liebe Familie, Freunde, Kollegen, Lieferanten

Es ist soweit. Unser Material steht verpackt bereit (man beachte die Zeit dieses Posts...).

Endlich kanne es los gehen.

Allerdings mussten wir uns den Start erst verdienen, denn unser Tandem liess sich nur widerwillig in eine Kiste "pressen" - letztenendes musste Tom praktisch das ganze Bike zerlegen, um es einigermassen kompakt verpacken zu können. Als Verpackungsmaterial dienten zwei zusammengeschobene "Standardbike-Kartons", die auf das gewünschte Mass zusammengeschnipselt wurden. Nun - da wir so umfangreich verpackt haben, sind wir wohl einige Kilos über der gewünschten Gewichtslimite. So hoffen wir auf ein gut gesinntes "Gegenüber", wenn wir Morgen mit unserem ganzen Gepäck zum CheckIn Schalter rollen... Wir werden ja sehen (wieviel kostet schon wieder 1 kg Übergepäck ??? 1 % des Firstclass Tarifes... uiuiuii!).

Jedenfalls sieht das in etwa so aus wie auf den Bildern.

Nun hoffen wir, dass die Verpackung hält, was sie verspricht, und dass unser Roadtrain heil in DownUnder ankommt.
Wenn alles gut geht, sind wir am Montag in Adelaide. Dort werden wir bei unseren Freunden Tony und Magareth alles wieder zusammensetzen und fahrtüchtig machen. Am Dienstag geht's mit dem Zug nach Alice Springs weiter.

Wir hoffen, unterwegs ab und zu ein paar Zeilen schreiben zu können und das eine oder andere Bild "up-zuloaden". Falls dem nicht so sein sollte - bitte nicht übel nehmen - wir sind im Urlaub.

Also - bis bald, direkt aus dem Roten Zentrum!